WARUM DIE KATZE NICHT ZU DEN CHINESISCHEN TIERKREISZEICHEN GEHÖRT
Lasst uns einmal annehmen, Gott hätte tatsächlich die Tiere erschaffen. Das wäre natürlich schon ein großes Festessen wert und so lud Gott auch alle Tiere zu einem ebensolchen ein. Die meisten von ihnen hatten keinen Bock oder keine Zeit, aber einige, wenige schickten sich an, tatsächlich zu kommen. Die Katze freute sich schon besonders auf die leckeren Gaumenfreuden, die dort kredenzt würden.
Die Ratte aber, das durchtriebene Vieh, wollte der Katze einen Streich spielen und sagte zu ihr: “Gut, dass ich dich treffe. Gott hat das Festessen verschoben; es findet einen Tag später statt als ursprünglich geplant.” Die Katze war dankbar und freute sich über die nette Geste der Ratte. Als sie nämlich nur kurz zuvor die Schlange getroffen und etwas mit ihr geplaudert hatte, hatte diese sie nicht über die Terminänderung informiert. Diese hinterhältige Person!
Wenige Tage später also versammelten sich die feierwütigen Tiere bei Gott und als Belohnung für ihre Teilnahme am Fest, verlieh dieser ihnen je einen Platz unter den Sternzeichen des Himmels, in der Reihenfolge in der sie erschienen waren. Auch hier war die Ratte wieder ein gemeines Mistvieh und schleimte sich beim Ochsen ein, ob dieser sie nicht tragen könne, da der Weg so weit und ihre Beine so kurz seien. Der gutmütige Ochse tat ihr natürlich den Gefallen. Aber kurz bevor sie ihr Ziel erreichten, sprang die Ratte vom Rücken des freundlichen Tieres und sprintete als erste durch den großen Torbogen. Immer wollte dieser kleine Schmarotzer bei allem der Erste und Beste sein. Später lag die Ratte nach einer Sakebombe in ihrem eigenen Erbrochenen in der Ecke.
Die Katze verbrachte derweil den Abend vor dem Fernseher, nicht ahnend, dass sie gerade das Event des Jahrhunderts verpasste. Am nächsten Tag machte sie sich auf den Weg zu Gottes Anwesen, doch dieser war nicht da; er war golfen. Im Gebüsch fand die Katze den Hund, der dort noch immer am pennen war, zusammen mit unzähligen Bierflaschen. Belustigt und noch ziemlich benebelt erzählte dieser in bunten Farben von der Riesensause am Vorabend. Er erzählte auch freimütig, wie sehr sie sich über die Katze amüsiert hatten, die sich von der Ratte hatte auf’s Kreuz legen lassen. Der Stubentiger wurde ziemlich giftig und schwor sich im Geiste bittere Rache an der Ratte. Und den Hund konnte sie fortan auch nicht mehr leiden, diesen blöden Kläffer! Die Ratte aber würde sie ewiglich verfolgen…
Das fiese Nagetier wusste natürlich, was ihr blühte und war von da an immer auf der Hut vor den spitzen Krallen und den scharfen Zähnen der Katze. Sobald die smaragdgrünen Augen des kleinen Rachegeistes in der Dunkelheit leuchteten, machte sich die Ratte ins eigene Fellkleid und konnte flitzen wie ein abgeschossener Pfeil.
So muss die Ratte noch heutzutage für einen äußerst dummen und üblen Streich büßen. Recht so! Denn die Katze ist auch heute noch sehr traurig darüber, nicht am Himmel neben den anderen Tieren erstrahlen zu dürfen. Mal davon abgesehen, dass sie die geilste Party seit Menschen- und Tiergedenken verpasst hat…
;)

das ist irgendwie schön und rund beim lesen ;)
Danke, danke, danke, danke! :3