A Pleasant Lie, That 2.0 |

Reverse The Waterfall

He Loleth Not

Donnerstag Jul 21, 2011

Funny Pictures - My Cat Loleth NotEs war einmal eine junge Frau, die lernte nie aus ihren Fehlern. Es war nicht so, dass sie nicht gewollt hätte – sie konnte es einfach nicht. In ihrem Kopf wusste sie ganz genau, dass sie dabei war, einen Fehler zu begehen – schlimmer noch: Einen Fehler, den sie bereits etliche Male zuvor begangen hatte. Aber ihr Herz war immer stärker, voller Sehnsucht und voller Verlangen und der Kopf musste es immer büßen, da sie sich natürlich immer kopfüber in die Scheiße stürzte.

Jetzt steckte sie wieder bis zur Brust drin in dieser ominösen Scheiße und ruderte dabei hilflos mit den Beinen hin und her, als würde das auch nur das Geringste bewirken. Es sah nur dumm aus, ja. Dumm aussehen, sich zum Narren machen, dummes Zeug reden – da war sie in vielen Disziplinen äußerst bewandert und geradezu meisterhaft unterwegs. Lässig, cool oder natürlich konnte sie nur in den seltensten Fällen sein und natürlich gerade dann nie, wenn es wirklich mätterte™. Sie zerbrach sich den Kopf darüber, wie das Herz wohl zu beschwichtigen sei und trank ein Bier nach dem anderen, aber das war natürlich wenig hilfreich. Der Kopf bedankte sich, indem er innerlich heftig austrat. Dem Herzen war das egal. Das Herz war intensiv damit beschäftigt seinen Mund weit aufzureißen und wie ein Staubsauger alles mögliche einzusaugen – leider war der Filter kaputt und so knallte dem Hirn allerlei Zeugs in die Fresse, auf das es liebend gern verzichtet hätte. Mit seinen glibschigen Fingern hob es mal dieses, mal jenes Ding auf und konnte doch so recht mit nichts davon etwas anfangen – das war alles zu kompliziert, was das Herz da in seinem Wahn ansammelte. Was war das überhaupt für eine Sprache? Das Hirn in seinem Kopf konnte nicht mal die Schriftzeichen entziffern und wurde nach einer Weile ziemlich ungehalten.

“Verdammt noch mal, jetzt hör endlich auf wahllos Scheiße einzusaugen, die kein Mensch versteht, du Dummherz!”
“Schnauze! :3 Ich mach, was ich will! :3 Nyan!”
“Also! Das ist ja wohl die HÖHE!”
“Hihihihihihi! :3″ *saug*

Das Hirn stand da, mit in die Seiten gestemmten Händen und seufzte gepresst und mit reflexartig geschlossenen Augen, als der nächste unidentifizierbare Klumpen Gefühl ihm an die Stirn klatschte und mit einem dumpfen *thumb* vor ihm auf dem Kopfboden landete. Voller Wut kickte es das grinsende Gefühl weg, welches im Davonfliegen “Hey! Wie ungehobelt!” rief. Mit einem Kopfschütteln und einem Achselzucken wandte das Hirn sich um und verschwand im Bad, um weiter im Bier zu versinken und genervt bubbles zu blasen.

Das Herz indessen war – noch – wohlgemut, saugte es doch die herrlichsten Frühlingsgefühle ein. Jedes kryptische Gefühl, jede Kombination aus Imagination, Buchstaben und Hormonen roch während des Einsaugens nach Honig und Kirschen und das Herz fühlte sich ganz beduselt, wie von warmem Butterbier. All die unter den Augen hindurchsausenden Wesen, grinsten und lachten quietschvergnügt vor sich hin, ihre kleinen zusammengekniffenen Augen von winzigen Lachfältchen und kleinen Freudentränen gesäumt. Wie könnte das Herz umhin, diese kleinen Wesen nicht verschlingen zu wollen? In seiner ungezähmten Freude und Ekstase presste das Herz seine Augen auch zu, um hinter den geschlossenen Augenlidern Sterne und Regenbogen tanzen zu sehen, während die duftenden Gefühle wie ätherische Öle ihr Übriges taten. Das Herz sabberte auch ein klein bisschen, aber das war angedenk des guten Geschmacks nicht weiter schlimm. (Ja, das Wort habe ich mir ausgedacht!) Eine ganze Weile ging das so gut, bis sich die geschmackliche Nuance etwas veränderte. Erst kaum merklich, dann aber sehr deutlich. Etwas verwirrt, schloss das Herz seinen Mund etwas, so dass der Sog merklich nachließ und öffnete dabei die Augen wieder einen Spalt. Die Gefühle hatten ihre Farbe geändert von Rot- und Rosatönen in mehr Gelbliches. Ihre kleinen Gesichter lachten auch nicht mehr unbeschwert, sondern glichen eher kleinen Pokerfaces. Manche hatten die Augen auch weit aufgerissen und ihr Unterkiefer hing etwas seitlich auf halb acht an ihrem Gesicht herunter. Wiederum andere schauten recht grimming drein, grinsten fies und zeigten einen Fuckfinger. Irritiert schloss das Herz seinen Mund komplett und öffnete die Augen ganz. Die Gefühle, die gerade noch dabei waren in das Herz zu fliegen, flogen unsacht auf den Boden und rappelten sich dort auf. Einige rieben sich den Hintern, auf den sie so unsanft gefallen waren, andere halfen ihren Kameraden auf die Beine und hinkten, sich gegenseitig stützend, davon. Ein paar wenige – die mit den weit aufgerissenen Augen und dislokalisierten Kiefern blieben auch einfach so liegen und glotzten weiter tumb in die Luft. Ungläubig blinzelte das Herz und drehte die Zunge im Mund hin und her um den Geschmack zu identifizieren. Es war kein guter – so viel stand fest. Das Herz blinzelte noch ein paar Mal und drehte noch einige Male seine Zunge hin und her und dann plumpste es einfach auf seinen Hintern, weil es recht fassungslos war, dass sich diese wunderbaren Gefühle auf einmal in etwas Unbekömmliches, Unschmackhaftes verwandelt hatten. Warum war dies geschehen?

Eine unangenehme Stille legte sich über die Situation, jetzt wo das saugende Geräusch und die quietschfidelen Piepser und Lacher verstummt waren. Auf einmal bemerkte das Herz den Kater, den das Bier verursacht hatte und es begann zu weinen. Der Kater selbst – ein schwarzes Tier mit weißen Pfoten und weißem Lätzchen – torkelte etwas ungelenkt neben das Herz und ließ sich dort nieder – die Pfoten in Katzenmanier unter den Körper gefaltet – und versuchte das Herz, durch ein beschwipstes, von Hicksern unterbrochenes Schnurren, wieder zu beruhigen, aber dieses schluchzte weiter herzergreifend vor sich hin. Es war halt sehr ergriffen. Denn es wusste nicht mehr weiter. Diese neue Sprache und diesen neuen Geschmack wusste es auch nicht mehr richtig einzuordnen und zu deuten. Das war ihm alles nicht mehr geheuer. So schluchzte es noch eine Weile hilflos vor sich hin, während der Kater neben ihm langsam wegdöste und anfing zu schnarchen, während ihm die Zunge seitlich aus dem Maul hing.

Oben tat sich nach einiger Zeit die Türe auf und das Hirn blinzelte verschlafen in die Dämmerung. Das Bierbad hatte es ganz aufgequollen und schrumpelig gemacht, was ja sonst überhaupt nicht seine Art war. Im Licht der Straßenlaterne erblickte es das zusammengesunkene, leise wimmernde Herz, den schlafenden Kater und die komisch in die Luft starrenden Gefühle, die dort immer noch so lagen, wie sie hingefallen waren. Das Hirn hatte seine grantige Laune verloren und war jetzt voller Mitgefühl für das arme, traurige Herz. Es warf sich schnell seinen flauschigen Bademantel über, schlüpfte in die Pantoffeln und stakste hinaus in den jetzt fast komplett nächtlichen Himmel. Motten flogen immer und immer wieder gegen das Licht der Straßenlaterne und machten dabei kleine knallende Geräusche. Das Herz war jetzt still und starrte in seinen eigenen Schoß; eine Hand lag auf dem schnarchenden Kater. Im Schneidersitz ließ sich das Hirn neben ihm nieder, sagte erstmal nichts und blickte raus in die Nacht.

“Ein bisschen frisch, nicht wahr?”, sagte es nach einer Weile.
“Hhm…” versuchte das Herz zuzustimmen, aber seine Stimme brach ein wenig – vom vielen Weinen war sie ganz belegt und das Herz musste sich erst einmal räuspern.
“Willst du nicht ins Haus gehen und dich hinlegen? Ich könnte dir eine warme Milch mit Honig machen…” bot das Hirn an.
Das Herz überlegte eine halbe Minute bevor es nickte und mit knackenden Gelenken aufstand. Der Kater wachte auf, schielte ein wenig und leckte seine angetrocknete Zunge ein paarmal, bis sie wieder feucht war.
“Nimm den Kater mit rein, der gräbt mir sonst nur wieder den Garten um.” bat das Hirn und das Herz grunzte zustimmend, während es sich hinunterbeugte, um das nicht gerade leichte Tier unter den Voderarmen hochzuheben und einigermaßen feste an sich zu pressen – so als brauche es Beistand für den kurzen Weg ins Haus.
“Ich räume hier draußen noch ein wenig auf.” kommentierte das Hirn, als das Herz sich schon umgedreht und zum Gehen gewandt hatte. Langsam schlurfte es mit gesenkten Schultern und hängendem Kopf in Richtung des heimeligen Flurlichtes. Das Hirn erhob sich ebenfalls und hob die Enden seines Bademantels wie eine Schürze hoch. Dann sammelte es mit der freien Hand die kleinen leblos dreinblickenden Gestalten auf und bildete sich ein, ein kleines Lächeln über die Gesichter huschen zu sehen. Die armen Dinger waren ganz durchgefroren – einige klapperten mit ihren Zähnchen.
“Ihr kommt ins Körbchen, neben den Kamin. Da könnt ihr euch aufwärmen und schlafen. Und wenn euch danach ist, dann erzählt ihr mir eure Geschichte. Falls ich sie jemals verstehen sollte…” machte das Hirn sich selbst Mut. Damit hätte es auch nicht gerechnet, dass es jemals so gefühlvoll handeln würde.

Als es all die kleinen Wesen vom Boden aufgesammelt hatte, blickte es noch einmal in den Himmel, wo gerade eine ziemlich hässliche Mondsichel am Himmel erschien, lachte ein bisschen selbstgefällig in sich hinein und wandte sich dann ebenfalls in Richtung des wärmenden Lichtes. Es wurde Zeit, dass sie alle eine Mütze Schlaf bekämen.

Draußen saß das Mädchen, die junge Frau, und war ganz still. Es ging ihr ein bisschen besser.

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Geh mit Gott, aber geh!

Montag Jul 4, 2011

Ich war joggen. Zehn Minuten. Und das nicht mal durchgehend.
Ich würde gerne schreiben: Montag, Tag 1: Zehn Minuten gejoggt. Und dann meinen kontinuierlichen Progress festhalten. Bis Donnerstag, wenn ich dann keinen Bock mehr habe. Ich glaube manchmal, dass ich mich selbst motivieren kann, wenn ich alles mehr plane, alles mehr dokumentiere, alles mehr analysiere, alles mehr perfektioniere.
Dann ist mir aufgefallen: Jeder Tag ist Tag 1. Es ist auch scheißegal, ob es ein Montag ist, Silvester oder die Apokalypse. Mach es doch endlich einfach! Just do it! Hör auf drüber nachzudenken, hör auf dich schon vor dem ersten Schritt zu verwursten, weil du nicht durchhalten wirst. Ich weiß, die Worte sind alt, aber ich habe sie immer noch nicht drin. Nach so vielen Jahren zerpflücke ich immer noch akribischst jeglichen Scheiß, der mich weiterbringen könnte, im Vorfeld und mit den zerfetzten Schnippseln kann ich dann nichts mehr anfangen.

Hör endlich auf, nachzudenken. Hör am besten ganz auf mit dem Denken, denn es führt nirgendwohin außer nach innen. Nicht nach außen, nicht nach draußen, nicht nach Entenhausen.

Und wieso schreib ich das überhaupt alles auf?
Weil ich weiß, dass ihr das lesen wollt. Sonst wärt ihr nicht hier. ;)

P. S.: Ich war übrigens noch gar nicht joggen. Ich schreibe das präventiv, damit ich es während des Joggens nicht vergesse. Da wird der Kopf ja auch echt ordentlich durchgerüttelt…

Haha… Ich bin so ein beklackertes Küken!
Piep!

Dieses Video fasst es perfekt zusammen:

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Enjoy the Silence

Mittwoch Mrz 23, 2011

Um drei Uhr nachts wache ich auf, weil ich träume. Ich träume, dass meine Freunde mich in der Klinik besuchen kommen wollen. Und in Reisebussen werden viele Menschen angekarrt. Und die Reisebusse sollen an Seilwinden zehn Meter tief in den Innenhof hinabgelassen werden, aber es brechen Teile aus den Bussen und die Menschen klatschen drei Meter von mir entfernt wie reife Früchte auf den Asphalt und ich höre im Traum den dumpfen Aufprall von aufplatzender Haut und unwirklich berstenden Knochen und sehe die unnatürlichen Winkel der Glieder und die traurigen Augen der Toten vor mir und wundere mich später, warum die Menschen in meinen Träumen so realistisch sterben.

Und dann schlafe ich wieder ein und träume, dass ich noch eine Wohnung habe, irgendeine alte, vergessene Wohnung, die ich noch nicht ausgeräumt habe. So etwas träume ich oft. Meistens aber ohne Leichen. Nur heute lagern dort natürlich – wie sollte es anders sein – auch ein paar Leichen. Nicht faulig oder so. Nein, so als wären sie eben erst tot dort hingefallen, wie zartes Herbstlaub. Adrett über einem alten Stuhl drapiert. Und ich sehe große, violettblaue Flecken auf ausgemergelten Brustkörben. Und frage mich beim Aufwachen, was das zu bedeuten hat.

Ein Mensch, der mir in kürzester Zeit ans Herz gewachsen ist, verlässt mich und uns wieder, weil ein Hirntumor gefunden wurde – größer als ein Golfball und das Thema Tod wird auch in der Realität so greifbar und bedrohlich, aber den ganzen Tag schweigt das Handy und ich fühle mich unter all den Menschen furchtbar allein. Als Jüngste auf der Station sollte das Thema für mich die geringste Bedeutung haben. Ich muss noch tiefer graben.

Das macht alles wenig Sinn – ich melde mich, wenn es das irgendwann macht.

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Durchwachsen – Leider kein Speck!

Samstag Okt 30, 2010

Yoah… Ich hätte extrem viele Themen, die ich definitiv noch verbloggen müsste. Aber oftmals kreple ich einfach nur sehr, sehr faul vor mich hin. Das ist in der Tat etwas schade. Da müsste man noch etwas dran ändern. Ich habe stattdessen ein Video von mir aufgenommen – mit zuviel Lumumba. :D Ist egal – sowas muss es auch geben, ne? Vielleicht schaffe ich es, mir morgen mal ein superschönes, schnuckeliges Café in Hamburg zu suchen, um dort einfach mal stundenlang zu sitzen und zu schreiben. Für Tipps bin ich sehr zu haben. :) Vielen Dank im Voraus, ihr lustigen Cocks! :) So, und hier das Video. Sorry, es ist immer noch nicht das Hamster-Video, Naddin. Das kommt noch. :) Miau! :3

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Night Over

Sonntag Okt 10, 2010

Die U3 fährt wieder richtig durch. Wenn ich morgens zur Arbeit fahre, freue ich mich über die Anzeigetafel, auf der “St. Pauli” steht. Jetzt fahre ich nach Hause. Viel zu früh. Die Bahn streift den Hafen. Die Boote und Schiffe schaukeln nicht auf dem Wasser. Die Lichter blinken seltsam matt und statisch, unlebendig. Dennoch pfeift durch meine Brust ein kalter, sehnender Hauch. Still auf der Mitte des Wassers liegen und in den Himmel blicken. Wenig von den Sternen sehen, weil das künstliche Licht ihren Glanz aufsaugt. Sterne, jedoch. Immer noch.

Die Bahn fährt, ein Pärchen steigt ein. Ihre Hand liegt in seinem Schoß, umschlossen von seinen Händen, die Finger ineinander verflochten. Ich bin neidisch und starre aus dem Fenster zu meiner Linken. Wir fahren in den Bahnhof ein. Fahren weiter. Durch das Fenster starrt mich das sterile Gesicht eines Jogi Löw an, der Urlaubsreisen bewirbt. In der Reflexion des Fensters sehe ich das Gesicht des Mannes – schnell sieht er wieder weg. Peinlich berührt? Hat er in meinen Augen den Neid entdeckt? Ich versuche zu lächeln, doch wie immer negiere ich es im selben Atemzug mit der nach Süden deutenden Spitze.

Die Nacht darf noch nicht vorbei sein. Die Sterne scheinen auf mich herunter, hier auf dem Berliner Tordamm, ich schaue auf die Bahnen und die Autos herunter, hier auf dem Berliner Tordamm. Ich schaue hoch – die Nacht darf noch nicht vorbei sein. Nach anderthalb Tracks bin ich zuhause und schreibe diesen Text. Ich verzweifle am Aufsetzen meines Blogs. Ich verzweifle, weil alles so unklar ist. “I’m twelve and what is this?”

I’m twelve and this night is over.

(Testtext.. Growing back? Ever?)

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