A Pleasant Lie, That 2.0 |

Reverse The Waterfall

Holes in Souls

Subpar.

Sonntag Okt 23, 2011

hello hole

Stellt euch ein kleines Mädchen vor. Zierlich. Blondes, langes Haar. Es schläft in seinem Bett im Zimmer seiner Eltern. Warum auch immer. Es sind gar nicht seine Eltern. Nicht alle, zumindest. Und das Haus ist groß genug. Mitten in der Nacht wacht es auf, weil es unterdrücktes und dennoch lautes Stöhnen hört. Laut genug um es aus dem Schlaf zu schrecken. Und es zu ängstigen. Lange hört es zu, gefangen in einer Sensation aus Ekel und Neugier, gefangen im Körper, der sich nicht bewegen soll, aus Angst davor, dass diese stöhnenden Erwachsenen bemerken, dass sie wach ist. Der Ekel, der Hass werden übergroß. Was ist das? Sie will das nicht hören, sie will diese eigenartigen zerrissenen Gefühle nicht fühlen. Still fleht ihre Seele stimmenlos, dass diese fremdartigen Geräusche aufhören mögen, weil sie machen, dass sich ihr Magen umdreht und ihr Herz laut und schnell klopft und ihr Kopf rast. Sie will diese Seite von ihrer Mutter nicht kennen, nicht wissen. Sie will das atemlose Flehen nach Sklaventum nicht teilen. Es hört nicht auf. Warum tut ihre Mutter ihr das an? Der Mann tut es, weil es ihn erregt durch das Stöhnen der Mutter das Kind in seine abstrakte Welt zu bannen. Sie will es nicht hören. Für immer kann sie es nicht aushalten, aber es hört sich wie ‘für immer’ an. Mit einem lauten, zornigen Schluchzer schlägt sie ihre Decke zurück und flieht laut weinend ins Wohnzimmer, hinter ihr erschrockene Stimmen und dann erstmal nichts. Im Wohnzimmer ist es muffig, die Straßenlampe scheint durch das Fenster, es riecht nach Blumenerde und der großen Stechpalme in einem riesigen blau emaillierten Tontopf, der aussieht als käme er aus dem fernen Ägypten. Irgendwann nach gefühlten Ewigkeiten kommt der Mann, der Freund der Mutter, den sie einvernehmlich ‘Papa’ nennt, obwohl er nicht ihr Papa ist. Der andere vorher war es auch nicht, aber das weiß sie noch nicht so richtig. Er redet ihr gut zu, an die Worte erinnert sie sich nicht mehr, nur an den süßen Klang, den sie zu vermitteln versuchen. Behutsam verführen sie sie zurück ins Schlafzimmer zu kommen, sich zwischen die Mutter und den Mann zu legen, der die Mutter so herrlich zu quälen vermochte, dass sie diese abartigen Geräusche von sich geben konnte, die gleichzeitig aus dem Paradies und der Hölle zu kommen schienen. Gequälte Sehnsucht aus den Tiefen einer Fotze.

Da liegt das Kind zwischen diesen Menschen – die Mutter nicht mal so alt wie das Kind heute – und ist still und starr und stiert mit geschlossenen Augen an eine imaginäre Zimmerdecke. Die Mutter ist unbefriedigt und versucht zu schlafen und macht nichts und fühlt sich an, wie in einer anderen Welt und niemals anwesend. Ihre Wärme erreicht das Kind nie und es bezweifelt, dass es sie gibt. Der Mann, der gerne ein Vater wäre, aus den falschen Gründen, hat die Hand zwischen den Beinen, nicht seinen eigenen. Er massiert diese kleine Klitoris und fährt schmerzhaft mit seinen rauhen Fingern zwischen den zarten kleinen Schamlippen entlang – langsam, damit die Bewegung die Mutter nicht aufschreckt, aber man weiß nicht, was diese fühlt oder weiß. Das Kind ist still und starr, hart wie Eisen, kalt wie Eis. Bleibt es auch. Besonders die Füße scheinen nie wieder warm zu werden. Es hält den Atem an, den Atem an. Bloß nicht atmen, niemals atmen. Was macht diese Hand da? Die Scheide ist nicht gewaschen, man darf sie nicht anfassen – es ist etwas Dreckiges. Das Kind weiß nicht mehr, wo es diese Worte gehört hat, aber es hängt zwischen diesen drei Seilen: dreckige Scheide, nicht atmen, kalte Füße.

Es weiß gar nicht mehr, wann die Nacht aufhörte. Es scheint sie dauert noch an.

Irgendwann, an einem anderen Tage liegt das Kind auf der Seite und umarmt sich selbst. Es hat die Beine angewinkelt, aber die Hose ist heruntergezogen von diesem Mann und er befingert sie von hinten, zieht ihre Pobacken auseinander, schnüffelt, mustert sie still und doch nicht still, weil sie das schmatzende Geräusch in seiner Hose hört. Das ist seine Lieblingsposition – das kleine hilflose Bündel, dessen Gesicht er nicht betrachten muss. Er piekt mit seinem Finger zwischen ihren schlanken, schlaksigen, kalten Beinen herum. Tief, tiefer, es tut sehr weh, sehr weh. Er sagt ‘Nicht zusammenzucken, auch wenn es sich anfühlt wie eine Blasenentzündung.’ Wie fühlt sich eine Blasenentzündung an? Das Kind fühlt einen Schmerz wie ein Brennen, langsam, langsam, nie enden wollend. Etwas drückt und drückt und drückt, wie ein Gewicht aus Blei, dass sich von allen Seiten auf die jungen Beckenknochen niederlegt. Es will alle Muskeln anspannen um den Schmerz auszuhalten, aber weiß genau, dass es den Schmerz nur schlimmer macht und ist gefangen zwischen der Notwendigkeit von Anspannung und Entspannung. Was ist richtig, wann hört es auf? Es brennt, wie die Hölle, während der Mann langsam Löcher in die Seele fingert und sticht, die sich nie wieder schließen werden. Sehr viel später wird sie sich wundern, warum ihr Jungfernhäutchen nicht wie ein gespannter Bogen über ihrer Seele liegt, um zu verhindern, dass sie ausläuft, sondern nur noch wie eine Hängebrücke über einem bodenlosen Abgrund wankt – denn die Sägeblätter, die an den Rändern ihres AT-Feldes sägten und zerstörten, hatte sie da längst vergessen und verdrängt. Aber sie will nicht diese seltsamen Geräusche eines uralten Schmerzes stöhnen, die ihr solche Angst bereiten, daher stehlen sich stumme, stille Tränen über ihren Nasenrücken auf die Seite, auf das Tischtuch, denn sie liegt auf dem Tisch wie ein Objekt, ein zu untersuchendes Objekt, denn das ist die Ausrede, mit der man sie dorthin gelegt – auf Krankheiten untersuchen. Notwendig. Tief in der Seele, die tiefsten Krankheiten. Die Krankheiten der eigenen Seele, die der Mann in der kleinen Scheide eines Mädchens sucht. Wird ein solcher je fündig?

Wie erleichtert und gleichzeitig verzweifelt die durchlöcherte Seele das Ende der Untersuchung empfängt. Die Tränen schnell beiseite gewischt aus Angst vor dem Ärger, denn man weiß, dass man ihn bekäme, wenngleich auch nicht aus welchem Grunde. Man weiß für den Rest seines Lebens, dass man immer an allem schuld sein wird, immer Angst vor dem Ärger, immer Angst vor der Konfrontation, immer Angst vor der Ablehnung. Davor, dass jemand Löcher in die Seele reißt, und gleichzeitig immer auf der Suche nach einem willkürlichen Penis, der die durch die Vagina in die Seele gerissenen Löcher wieder stopfen mag. Gefickt wird nicht nur der Körper, sondern die Seele darin, aber nie gestopft. Das nie enden wollende Leid der jungen, immer noch kindlich befangenen, im Kinde gefangenen Frau.

Kein Ende.

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Evolution of Heart

... and the Lie about Love

Freitag Sep 16, 2011

Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich merke, wie mich eine bestimmte Sache total aufregt und unlogischerweise auch verletzt.

Folgende Inzidenzen prallen dabei aufeinander:

Für Depressivekitten (und für Fluffins) habe ich eine Facebook-Fanseite eingerichtet und einer ganzen Reihe meiner Freunde ‘gefällt das’ – auch einigen Menschen, denen ich nie zuvor begegnet bin. Aber eine noch viel größere Anzahl von Freunden hat meiner Seite noch keinen ‘like’ verpasst. Es geht mir nicht darum ‘likes’ zu sammeln, sondern viel mehr darum des Supports und der Unterstützung meiner Freunde gewiss zu sein. Dass sie das, was ich hier tue, wertschätzen. Nun kann es natürlich sein, dass sie entweder nicht von der Fanseite wissen – dann lesen sie meinen Blog oder meine FB-Statusupdates wohl auch nicht. Das wäre schade. Oder sie mögen nicht was ich mache. Das fände ich schlimm. Ich kann verstehen, dass es eine Zeit gab, wo man meinen Blog wegen der Haterei nicht lesen wollte, aber die Zeiten haben sich auch wieder geändert. Oder es gibt noch die Möglichkeit, dass es ihnen egal ist. Dann verstehe ich aber folgendes Verhalten nicht, das mich im Zusammenhang verletzt:

Ich habe mal in einem Unternehmen gearbeitet, in dem es sehr viele Menschen gibt, die ich immer noch oder auch wieder sehr wertschätze und die ich zu meinen Freunden und wertvollen Bekanntschaften zähle. Nun gibt es da eine neue Kollegin, auf die ich einfach nur pure Eifersucht verspüre, obwohl ich sie überhaupt nicht kenne – außer durch die Art und Weise, wie ich über Facebook Informationen über sie erhalte. Und zwar lese ich dann da dort, wie eine wachsende Anzahl meiner Freunde mal wieder eine der neuen Seiten dieser Kollegin ‘liken’. Während meine Arbeit links liegen gelassen wird. Das tut schon irgendwie ziemlich weh.

Jetzt muss ich zwei Sachen rausfinden: Warum ich solch einen Hass auf einen unbekannten Menschen verspüre und was ich dagegen tun kann, außer mal wieder einen Netzkoller zu bekommen und den PC aus dem Fenster zu werfen?

Mein Hass rührt aus meinem unzureichenden Selbstvertrauen her. Ist mir jemand ähnlich oder ähnlich mit der Tendenz besser oder interessanter zu sein, verspüre ich häufig Abscheu oder Hass, weil es da einen Konkurrenten gibt, gegen den es sich zu beweisen gilt – andernfalls könnte er mir die Zuneigung meiner Freunde und Bekannten abspenstig machen. So die vereinfachte Erklärung. In diesem Fall bin ich mir nicht mal sicher, ob man sich überhaupt ähnlich ist, aber diese Person drückt wohl etwas aus oder stellt etwas dar, von dem ich gerne mehr hätte – was ich bisher aber leider nicht erreichen konnte. Angst in der Rangliste abzusteigen, Neid und Eifersucht auf etwas, das ich selbst nicht habe oder bin. Also, wieder natürliche – für mich – evolutionsbiologisch erklärbare Gründe. Natürlich keine coolen Gründe.

Nun, was kann ich – als relativ aufgeklärter Mensch, in dem nichtsdestotrotz eine grässliche Bestie schlummert – dagegen tun, außer mit meiner enormen Brainpower (HAHA!) dagegen anzukämpfen? Egal, wie rational ich das betrachten mag – das Gefühl zurückgesetzt zu sein, weniger wert zu sein, es bleibt. Nun könnte ich versuchen der Person, die ich für besser als mich halte, nachzueifern, sie einzuholen, sie zu überholen. Aber das wäre nie eine Garantie dafür, dass ich damit automatisch mehr Anerkennung erhielte von den Menschen, die mir etwas bedeuten.

Weil ich eine einfache Lektion einfach niemals in meinen Kopf und schon gar nicht in mein Herz bekomme: Man kann nicht für Liebe arbeiten. Man kann nicht um sie kämpfen. Man kann sie nicht eintauschen oder kaufen.

Und every so often muss ich mir das selbst wieder vor Augen rufen – weil es sich einfach nicht in mir festsetzt.
Wenn also meine Freunde meine Seite nicht ‘liken’ wollen, dann kann das nicht nur die verschiedensten Gründe dafür geben. Sondern ich kann auch nichts dafür tun, dass sie es freiwillig von selbst tun.

Freie Menschen tun das, was sie wollen, wann sie es wollen, aus ihren eigenen Gründen.
Das nennt man wohl die Freiheit des Willens. Eventuell. Vielleicht.

IZ BETTA THAN U! SRSLY!

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D.R.E.A.M.

Sonntag Aug 14, 2011

Dreams Rule Everything Around Me

Das ist das Gute daran, dass man lebt – man kann träumen. Ich weiß nicht, wie es um das Träumen bestellt ist, wenn man tot ist. Bestimmt nicht so ganz gut.

Vor kurzem war ich mit Freunden auf einem Kurztrip in den Niederlanden, fast direkt am Meer. Ich kann nur jedem empfehlen mal ein solches Wochenende mit sehr guten Freunden, zwei Fässern Bier (ich habe dort meine großangelegte Abneigung gegen Kölsch verloren…) und ordentlich Havana Club, Cola und Limetten im Gepäck zu verbringen! Vergesst nicht, was Warmes und was zum Windstoppen einzupacken!!! Und eventuell Gummistiefel, falls ihr auch am Strand nach Sepiaskeletten für eure Wellensittiche suchen wollt! ;) Ich hatte so enorm großen Spaß, teilweise Schmerzen vor Lachen, habe mich unglaublich wohl und geborgen gefühlt und konnte eine Menge beobachten und lernen.

BTW: Man kann sicher auch ohne Alkohol viel Spaß haben – das ist kein Muss auf der Gepäckliste! Außer für mich! ;)

Also, ich bin ein absoluter Meertyp, im Gegensatz beispielsweise zum Gebirgetyp, wobei ich noch nicht wirklich verifizieren konnte, ob ich nicht vielleicht auch ein Gebirgetyp bin, aber vermutlich bin ich mit meiner Höhenangst am Wasser besser aufgehoben. Naja… Insgeheim habe ich auch Tiefenangst… so, fuck that, really. Mit meiner generalisierten Angststörung habe ich ja so ziemlich vor jedem Scheiß Angst, obwohl ich wohl gerne das Gegenteil behaupte.I lied

Wie Wolken

Auf jeden Fall ist natürlich das Wetter am Meer etwas anders, als zum Beispiel am Niederrhein, im Pott oder sogar in Hamburg. Am Morgen nach der ersten Partynacht, so kurz nach 0500 Uhr, als alle schon fertig in ihren Betten lagen und schnarchten, habe ich mich aus dem Partyhäuschen geschlichen und draußen auf den Gartentisch gelegt. Barfuß und nur mit einem scheiß Häkelkleid und einem Poncho bekleidet, starrte ich bestimmt eine halbe Stunde in den Himmel, bis ich zu durchgefroren war und wieder ins warme Bett musste.

Aber die Gefühle und Gedanken, die mich in dieser kurzen Zeit überkamen waren dafür einzigartig und wundervoll. Die Wolken wurden so unglaublich schnell am Himmel vor meinen Augen vom Wind davongetrieben und nahmen dabei die erstaunlichsten unwirklichen Formen an. Und die Farben erst! Alle möglichen Töne von Grau (Ich liebe GRAU!!!), grünliche und gelbliche Stiche und viele purpurne, violette, rosafarbene und rötliche Schleier, ganz zart und pastellen. Von der Sonne hat man nichts gesehen und das war auch nicht schlimm – ich war völlig zufrieden einen Himmel voller Wolken zu sehen und mich in diesem unwirklichen, nicht wärmenden Licht zu baden.

Es soll Gegenden auf der Erde geben, in denen nur selten Wolken zu sehen sind und Menschen, die in solchen Gegenden leben, sollen immer so glücklich sein, wenn sie mal in ein Gebiet kommen, wo es ein paar ordentliche Wolken zu sehen gibt! Habe ich zumindest gehört. Nicht, dass ich mich hier in Hamburg beschweren könnte… Vor einigen Jahren war ich mal auf Malta und hatte das Gefühl, dass dort NIEMALS Wolken am Himmel stehen. Nach zwei Tagen sah ich aus wie Sebastian, die Krabbe!

Marie von Ebner-Eschenbach

In Zuid-Holland musste ich das nicht befürchten. Ich lag auf dem Tisch und träumte davon unter diesem herrlichen, kühlen Himmel wild mit einem herrlich-heißen Typen zu knutschen um mich aufzuwärmen. Und jetzt spanne ich den Bogen zum Titel zurück: Mein Leben wird eigentlich zu 80 % durch Träumereien und Fantasien bestimmt. Und ich habe das Gefühl, dass ich eine weitere wichtige Lektion gelernt habe. Marie von Ebner-Eschenbach, eine sehr kluge Frau, sagte viele sehr kluge Dinge, zum Beispiel:

“Und ich habe mich so gefreut!” sagst du vorwurfsvoll, wenn dir eine Hoffnung zerstört wurde. Du hast dich gefreut – ist das nichts?

Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind; wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.

Wie teuer du eine schöne Illusion auch bezahlt hast, du hast doch einen guten Handel gemacht.

Früher war ich tatsächlich meist am Boden zerstört, wenn meine sehnsüchtigen Träumereien nicht in Erfüllung gingen – vermutlich weil ich es gewohnt bin, dass ich das, was ich will, auch meistens bekomme. Mittlerweile bin ich sehr zufrieden damit, einfach nur vor mich hinträumen zu können, ohne etwas zu erwarten oder zu verlangen. Denn die Erinnerung – und sei sie auch noch so unecht oder irreal – und das gute Gefühl, dass mir meine Träumereien bescheren, das kann mir keiner nehmen! Vor allem keine Realität, die am Ende doch wieder nur in die Buxe geht. Oder eben nicht – das ist ja das Fatale! Denn mit den meisten heißen Typen, die ich gerne in meiner Buxe hätte, werde ich vermutlich nie in Holland auf einem Gartentisch in einem Ferienpark unter einem surrealen Wolkenhimmel morgens um fünf im Häkelkleid wild rumknutschen! *sad-kitty-is-sad

Falls doch, halte ich es einfach mit Dizzee Rascal – der hat sowieso sehr oft Recht:

You got to have a dream… If you don’t have a dream…
How you gonna have a dream come true?

Was für ein großartiges Video! :3

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Balancing on the verge of a brink at the edge atop a pole (on the tip of my toes)

Montag Mai 23, 2011

Again, my life sucks cocks hardcore.

Anyday, everyday.

Wo ich vor drei Wochen noch dachte, dass die Therapie mich über alle bisher erdenklichen Maße gestärkt hat, sitze ich nun in einem noch tieferen Loch als vorher. Und frage mich, ob das so normal ist. Ob das so gewollt ist. Ob es danach nur noch aufwärts gehen kann.

Wie oft war ich schon am vermeintlich tiefsten Punkt meines Lebens angelangt? Aber es fühlt sich immer wieder wie der absolute Tiefpunkt an. Vielleicht vergleichbar mit Nullpunkten. Ich war schon mal bei null Grad Fahrenheit, das ist nicht so wirklich kalt. Aber ich war auch schon mal bei 0 ° Celsius und auch überall dazwischen. Und die Kelvin-Stage mit dem Freezer-Endboss und dem Absoluten (terrestrischen?) Nullpunkt steht mir sicher auch noch bevor. Es geht also immer auch noch tiefer oder sagen wir: Hinter dem Nullpunkt kommt noch mehr Abgrund und die Qualität des Tiefengefühls kann sich mit jedem Mal ändern. Je nachdem, wo man gerade steht und welchen Blickwinkel man einnimmt, aber ein Tiefpunkt ist es nichtsdestotrotz. Kann dieses unfachliche Gequatsche überhaupt ein Mensch verstehen? Hullo? Is anybody there? Zumindest finde ich auch mehr oder weniger ansprechende Fotos auf meiner Festplatte, aus Zeiten in denen es mir vermutlich auch schon mal schlechter ging. Aus anderen Gründen, daher hinkt vermutlich der Vergleich. Das Gefühl des Am-Boden-Seins ist ein ganz anderes, gleichsam ernstzunehmendes. Es gab mal Zeiten in denen ich mit einem Messer an mir herumgekratzt habe, in denen meine Wohnung aussah wie das Zelt von Dschingis Khan oder ich mich täglich mit mittelhartem bis hartem Alkohol verschnuselt habe. (Kann man das so niedlich sagen?) Wie gesagt: Die Qualität dieses chasms ist momentan eine andere.

Jetzt sitze ich hier und weiß gar nicht, was das schon wieder für eine Scheiße ist, die ich mit mir und meinem Leben veranstalte. Ist es denn überhaupt Scheiße oder okay? Vor allem weiß ich nicht, was ich will. Am liebsten würde ich betteln und heulen und darum kämpfen, dass ich die Beziehung wieder führen könnte, die ich vor meiner Therapie geführt habe… Die ich nach meiner Therapie beendet habe. Joy Denalane und Max Herre sind schließlich auch wieder zusammen. In diesen kleinen Momenten am Tag und in der Nacht, wenn einen schmerzhaft die Erinnerung daran durchfährt, was man für gewöhnlich in diesem Moment machen und wie man sich fühlen würde, wenn man nicht alleine wäre, sondern sein Leben mit einem anderen Menschen teilte. Und dann muss ich mich daran ‘erinnern’, dass es keine Erinnerungen sind, die mich schmerzen, sondern nur Wunschvorstellungen. Sobald ich das Leben hätte, dass ich in diesen Momenten schmerzlich vermisse, würde ich wieder sehnsüchtig das freie und unabhängig wachsende Gras auf der anderen Seite des Zaunes begehren. So geht es mir in allen Lebensbereichen und ich fürchte, das wird sich auch nie ändern – auch nicht nach zwei oder zwanzig Jahren stationärer Therapie mit Dr. Drew und einem von den Toten auferstandenen Sigmund Freud. Und das werde ich wohl einfach oder auch schwer akzeptieren und damit zu leben lernen müssen. Mal davon abgesehen, dass ich nicht mal weiß, ob ich nur das Gefühl vermisse, nicht allein zu sein, oder tatsächlich den Menschen, der schließlich auch dahintersteht.

In der Tanz- und Bewegungstherapie gab es kurz vor meinem Abschied eine ‘Übung’, in der man sich zu der zu verabschiedenden Person dem Gefühl nach positionieren sollte. Mir gefällt eine Rücken-an-Rücken-Position, weil jeder sein eigenes Ding macht und in seine eigene Richtung guckt, aber dennoch der Rücken freigehalten wird. Das ist echtes Back-Up, meiner Meinung nach. Nicht, dass jemand in meinem Rücken steht und mich mit seinen Armen umfängt, so dass ich keine Luft mehr bekomme. Bildlich gesprochen. Dann wiederum, wie kann man sich weiterentwickeln, ohne dass die Entfernung zwischen den Rücken zu groß wird? Kein Licht ohne Schatten. Oder andersherum??

Es fällt mir unheimlich schwer meine Gedanken zu ordnen und ich muss – wie immer nach solch langen Schreibpausen – erstmal wieder in den ‘flow’ reinkommen. Und wer weiß, wie motiviert ich diesmal durchhalte. So wie ich mich momentan fühle, werde ich nicht mal diesen Artikel zu einem zufriedenstellenden Abschluss bringen können. Aber was ist bei mir schon zufriedenstellend? Stetig renne ich einer imaginären Perfektion hinterher, verlange mir selbst zu viel ab, immer in dem Wissen oder viel mehr der Autosuggestion, dass ich es eh nicht schaffen kann – und stolpere dann schon auf dem Weg zur Startlinie. Das heißt ich versage noch schlimmer als ein Jürgen Hingsen, weil ich noch nicht mal dazu komme überhaupt auch nur einen einzigen Fehlstart hinzulegen, geschweige denn derer ganze vier. On the pro side werde ich dafür nicht ausgepfiffen und muss in meinen Alpträumen auch nicht immer zum Hundert-Meter-Lauf antreten. Das ist schon mal was. Da ich allerdings an mich selbst so hohe Anforderungen stelle und in mich große Erwartungen hege, tue ich das auch bei anderen. Aber solchen (Wahn-)Vorstellungen kann keiner gerecht werden. Ich suche immer nach dem perfekten Vorbild, dem Mentor, dem ich nacheifern kann. Die Eltern, die ich nie hatte, die mir zeigen, wie ‘leben’ geht. Nach Jemandem, der keine Fehler hat, an dem ich mich messen kann um dann festzustellen, dass noch ein weiter Weg vor mir liegt – und der mich dann dazu motiviert, diesen Weg auch zu gehen. Einen solchen Menschen gibt es nicht. Daher bleibe ich allein. Forever alone. Forever a stone.

Momentan verkrieche ich mich astrein zuhause, und stöpsle das Telefon aus, obwohl ich weiß, dass das nicht gut für mich ist. Aber sobald ich mir vorstelle mich mit anderen Menschen zu treffen oder generell rauszugehen, beschleicht mich oft ein Trotz-, ein Hass-, manchmal sogar ein Panikgefühl. Was nicht auf alle Menschen zutrifft. Wie das so ist mit dem grünen Gras – die, die ich gerne sehen würde, die sind meilenweit entfernt. Entweder räumlich oder menschlich, weil ich mich nicht traue um Gesellschaft zu bitten. Was wieder eine dumme Autosuggestion ist. Selbst, wenn ich eine Absage erhalten würde – warum kann ich zur Hölle nicht damit leben? Ich kann schließlich davon auch nicht sterben. Aber momentan fühle ich mich für beides einfach nur zu dumm: Zu dumm zum Leben, zu dumm zum Sterben. Und sobald mir der ein oder andere zu deutlich zeigt, dass er gerne in meiner Nähe wäre oder sich um mich sorgt, werde ich furios und fühle mich bedrängt. Ich erinnere mich an eine ehemalige Kollegin, der ich mitteilte, dass ich mich von ihrer Zuneigung bedrängt fühlte und die daraufhin die Freundschaft beendet hat. Seems legit.

Zumindest hänge ich fast ausschließlich vor dem PC und schaue mir Let’s Plays auf youtube an oder schwanke wie ein struntesatter Leichtmatrose zwischen einer ganze Menge Games wie Terraria, Minecraft, Left 4 Dead, Portal, Empire: Total War… Oder ich fange an ‘Per Anhalter durch die Galaxis’ zu lesen. Kriege aber nichts bis zum Ende hin. Ich bleibe bei keiner Sache dabei, wie ich das immer von mir kenne. Und setze mich massiv unter Druck. Irgendwann will ich ja auch anfangen mein Buch zu schreiben (um dann auch irgendwann damit fertig zu werden). Oder Let’s Plays aufzunehmen. Songs zu schreiben und Musik zu machen. Mich gesund zu ernähren. Mehr zu trinken. Mein Haar zu flechten. Sport zu machen. Am Wochenende (und auch zwischendurch) öfter raus zu gehen. Meine Wohnung regelmäßig zu putzen. Ein Spiel bis zum Ende durchzuspielen. Ein Buch bis zum Ende durchzulesen. Ich bekomme es teilweise nicht mal mehr hin, einen Film bis zum Ende zu schauen, weil ich unkonzentriert und gelangweilt bin. Ich fühle einfach nicht mehr die geringste Motivation, habe keinerlei Durchhaltevermögen, weil keiner mich antreibt oder meine Vorlieben mit mir teilt. Und wenn ich jemanden hätte, der sie mit mir teilte, so wie ich das teilweise vor einigen Wochen noch hatte, dann ist es auch nicht gut, denn dann fühle ich mich eingeengt oder nicht komplett verstanden. Nicht unbedingt durch die gemeinsam geteilten und erlebten Interessen, aber durchaus durch ein zu enges, zu nahes, zu zweisames Drumherum.

So eine Scheiße kann man doch keinem anderen Menschen zumuten! Das perfekte Stachelschwein-Dilemma. Nein, das ist der perfekte Schwachsinn. Eigentlich müsste ich schnellstens in die Euthanasie-Kammer. Everyone, let’s incinerate your Companion Cube to advance.

Deswegen hilft auch alles Sehnen und Lamentieren nichts. Es ist nicht so, dass ich mich für meine verkorkste Seele absichtlich bestrafen will. Aber ich will auch keinen anderen mit meiner zwiegespaltenen ‘nicht-zu-nah-nicht-zu-fern-kümmer-dich-um-mich-aber-wenn-du-dich-zu-viel-kümmerst-kratz-ich-dir-die-augen-aus’-Scheiße strafen. Keinen, der damit nicht umgehen kann oder will. Aber wer kann oder will das schon? Was biete ich, was andere dazu bewegen könnte, diese Bürde auf sich zu nehmen? Womit wir wieder am Anfang vom Scheißekreislauf wären. Ich liebe mich selbst nicht und habe kein Selbstvertrauen. Wie kann ich andere lieben? Wie können mich andere lieben? Wenn nicht mal das klappt. Und dann wiederum gibt es solche Momente, wo ich voller Elan, voller Tatendrang, voller Selbstvertrauen, mit einer selbstverständlichen ‘Ich nehm’s mit allen auf’ badassery attitude und unendlicher Selbstakzeptanz unter der Dusche stehe und schon mein prächtiges neues Leben vor vor meinem geistigen Auge erblühen sehe. Mit jedem Tropfen, der an der gekachelten Badezimmerwand und der emailleüberzogenen Badewanne hinunterläuft, so als würde ich meine eigenen Träume und Vorstellungen gründlichst gießen. Ich weiß nicht, wo ich diese euphorische Extremeinstellung immer verliere – vielleicht beim Abtrocknen. Vielleicht muss ich für immer unter der Dusche stehen bleiben, damit mein Leben – zumindest in meinem Kopf – wunderbar prächtig vor sich hinblüht. Obwohl ich in der Dusche auch schon fiese Arschgedanken hatte. Also, auch keine gute Idee.

Ich weiß nicht mehr, wohin mein Leben überhaupt gehen soll und ich fühle mich nicht mal mehr wie ein Azubi in der Lebensschule, geschweige denn wie ein Meister. NC zu niedrig – draußen bleiben! Vor einigen Monaten war mein Lebensmodell noch klar, und das war es auch schon selten genug: Mit dem Partner zusammenziehen, zwei Katzen haben, auf Gymnasiallehramt Deutsch und Englisch studieren, einen kleinen Nebenjob haben, den Haushalt schmeißen und nebenbei (endlich) schwanger werden. Ein gescheites und sinnvolles Leben führen. Und dann kommt so eine Therapie daher und dabei auch die Angst vor ‘ewiger’ fester Bindung an eine einzige Person. Weil mir ein anderer Mann im Kopf rumschwirrt und es immer sehr verlockend ist, was man nicht haben kann. Ist ja schließlich auf der anderen Seite vom Zaun, dieser andere Mann. Ich will nicht sagen, dass ich das, was mir vor zwei bis vier Jahren in Duisburg passiert ist heute komplett verstehen kann, aber immerhin kann ich jetzt die ein oder andere Gefühlslage besser nachvollziehen. Was vermutlich ein Gewinn ist. Ich betrachte die Dinge gerne aus allen möglichen Blickwinkeln, aber wenn das passende Gefühl fehlt oder der Rezeptor mit einem anderen Gefühl völlig zugedockt ist, dann ist das manchmal nicht die leichteste Disziplin. Jetzt geht es wohl besser. Ich bin in allem immer einige Jahre hinterher.

Aber wo gehe ich jetzt hin, nachdem ich all diese Pläne willentlich-hilflos meinen eigenen Gefühlen und Trieben gegenüber über Bord geworfen habe, weil meine eigene Freiheit mir wichtiger ist, als das Lebensmodell von dem ich lange Zeit geträumt habe und das ich größtenteils für das einzig richtige Lebensmodell halte… hielt? Zurück in den Job den ich ‘gelernt’ habe, will ich nie wieder. Ich bin keine gott- und mutterverfickte Buchhalterin und ich weiß nicht, wie ich je auf diese unglaublich dumme Idee kommen konnte. Mit einem anderen Menschen nah sein funktioniert nur unter feinst taxierten und tarierten Bedingungen – und es gruselt mich, wenn ich mir vorstelle, Kinder in die Welt zu setzen und nach einigen Jahren feststellen müsste, dass ich das alles gar nicht kann oder will oder gutheiße. Ich weiß wo ich herkomme. Ich weiß, dass ich mein Leben lang danach suchen werde, was meine sogenannte ‘Ursprungsfamilie’ mir nicht geben konnte (weil es nämlich schlicht und einfach gar keine gab) und ich werde es nie finden. Ich kann nicht mit dem Gedanken leben, dass meine Kinder in dreißig Jahren auch in die Klinik gehen, weil ich sie komplett verkackt habe. Dann bleibt die Gebärmutter lieber leer. Aber wo gehe ich hin? Was mache ich mit meinem Leben? Wie überlebe ich? Wie lebe ich? Kann ich studieren? Kann ich überhaupt Lehrerin werden? Diesen Zahn hat man mir in der Klinik auch sanft gezogen. Allein, was tue ich nun? Rutsche ich einfach in Hartz IV und zocke weiterhin den ganzen Tag vor mich hin ohne nennenswerte ‘reale’ soziale Kontakte? Oftmals erscheint mir dieses ‘Lebensmodell’ als gar nicht so schmacklos. Die Flinte ins Korn werfen, weil Hopfen und Malz eh schon seit vor meiner Geburt verloren gegangen sind.

Was ihr hier lest sind die trüben Ergüsse einer zu einem ewiglich trostlosen zwischen den Extremen hin- und hergeworfenen Kackseele, die das keineswegs aus einer fishing-for-pity-Laune heraus schreibt, sondern durch viele Jahre anhaltende Beobachtung. Ich stecke in der Zwickmühle. Leider nicht in der Fickmühle. Oder doch: Da auch. Wie heißt es so schön: Kein Schwanz ist so hart wie das Leben. Balls to it. Ich überlege, welche meiner Kategorien hier im Blog auf diesen Artikel zutreffen und stelle fest: Alle! ‘A life in the day of me’ it is. ‘Dizzle-Bedazzle’ I am. ‘Du musst wieder mehr lachen’ – defo. ‘Girl2Lion’ is what I want 2 b. ‘I has a sad’ – sad but true. ‘Intergalactic-Planetary-Another Dimension’ is what it feels like inside. ‘Quick! Close the Heart!’ is what I need to take to heart. ‘Reverse the Waterfall’ is what I’d like to achieve. ‘Sickness in Health’ is what I’m experiencing as I feel my soul rotting inside a perfectly fine and healthy body. ‘We’re all intertwined’ is what we really are, for who hasn’t felt at least a pinch of what I’ve felt like… just in the slightest… come on… ‘What will I be?’ is what I’ll be wondering ’till the end of time I guess… Und nächste Woche oder nächsten Monat oder nächstes Jahr sieht die ganze Scheiße schon wieder ganz anders aus – dann pulsieren die irisierenden Regenbögen nur so über den rosaroten Sommermorgenhimmel und Einhörner bringen mir Körbe mit goldenen Pfirsichen bis an mein Bett.

Word. I christen you to be called ‘I has frozen to melt’.

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