Road World Championship - Hot Chocolate comes in little bricks on sticks
Posted by Jean Forte | Under Intergalactic-Planetary-Another Dimension
Freitag Sep 23, 2011

Fahrradfahr-Weltmeisterschaft in Kopenhagen. Das erklärt auch die Hubschrauber. Die Menschen sind entspannt. Liegt es daran, dass ich sonst mit geschlossenen Augen durch die Gegend laufe oder ist die Atmosphäre tatsächlich in ihren vielfältigen Nuancen so anders als zuhause? Oder möchte ich mir die feinen Unterschiede nur einbilden und einreden, weil ich fremd bin und kein Wort verstehe?
Ich sitze am Straßenrand auf dem Bordstein zwischen einem Vergnügungspark, dem Hauptbahnhof und einem Fahrradrennen, aber trotz des relativen Lärms und der vielen Menschen fühle ich mich wie in einem lauschigen Café in einer ruhigen Pariser Seitenstraße. (Ich war noch nie in Paris.) Keiner rempelt, keiner pöbelt, trotz des Bieres, das ausgeschenkt wird, keine gequetschten Massen, keiner hetzt durch die Gegend, obwohl es ein normaler Werktag ist – die Fahrradfahrer sind notorisch flott unterwegs, aber scheinen immer genau zu wissen, was sie tun.
Die Menschen hier sehen für meinen Geschmack nicht übermäßig hübsch gestylt oder überdurchschnittlich attraktiv aus, aber unglaublich gut, weil sie entspannt wirken, rosig und gesund. Selbst alte Menschen wirken eine unverständliche Anziehungskraft auf mich aus. Selten sehe ich ein unfreundliches Gesicht – im Gegenteil werde ich überdurchschnittlich oft und ohne für mich ersichtlichen Grund angelächelt. Und das, obwohl ich selbst nicht lächle.
Ich sehe niemanden, der versucht besonders herauszustechen und trotzdem hat jeder – jung und alt – seinen eigenen, einzigartigen Stil und weist eine atemberaubende Natürlichkeit auf, die ich so gar nicht gewöhnt bin und gerade das macht erstaunlicherweise jeden Einzelnen von ihnen in diesem Moment extrem interessant für mich. Ich kann nicht aufhören, mich umzusehen und alles in mich aufzusaugen.
Später sitze ich in einer kleinen Café-Bar einer großen Kette und trinke eine heiße, dunkle Schokolade. Die Sahne ist ungesüßt und schmeckt herrlich säuerlich-frisch. Der Kakao klebt an zwei Stäbchen und löst sich langsam in der heißen Flüssigkeit auf. Ich schaue aus dem Fenster. Die Postkästen sind hier rot und sehen stilvoll und elegant aus. Nach der windigen Kälte draußen, habe ich hier drinnen das Gefühl, dass der heiße Kakao mein Herz zum Schmilzen und Auslaufen bringt. Es tut auch ein bisschen weh und ich weiß nicht warum.
Mein Herz ist Kakao. Vielleicht muss es weh tun, wenn es schmilzt und zerläuft.
Light A Distant Fire
Posted by Jean Forte | Under Intergalactic-Planetary-Another Dimension
Donnerstag Sep 22, 2011

Auf dem Wasser fährt ein kleines Boot vorbei – nur ein Mann sitzt darin. Lässig hat er einen Arm in die Hüfte gestemmt; der andere hängt über dem Ruder, wie eine Jacke, die man achtlos über eine Stuhllehne geworfen hat. Der Motor hallt an den hohen, modernen Bürogebäuden wider, wie das Geräusch eines entfernten Hubschraubers. Tatsächlich fliegt parallel zum Boot in einiger Ferne ein Hubschrauber über die Stadt, aber dieser ist kaum zu hören.
Ich frage mich, was es für ein Gefühl sein muss mit diesem Boot ganz allein auf einem breiten Kanal unter einem stahlgrauen Himmel dahinzutuckern, den Wind im Haar… Not a care in the world? Ich will in die Köpfe der Menschen eindringen. Ist der blonde Mann, der mir den Rücken zuwendet und niemals wissen wird, dass ich dort sitze und ihn beobachte, vielleicht verliebt und denkt er nur an diese eine wunderschöne Frau? Oder hat er Sorgen und grübelt über seine Zukunft nach? Fühlt er sich erhaben in seinem stolzen, grünen Boot, das gemächlich über diesen breiten Wasserweg gleitet – hat er den Horizont vor Augen? Eine Öffnung, die sich ihm zwischen all den nüchternen Officegebäuden aus braunem Zement, Glas und Stahl auftut? Spürt er Freiheit, Langeweile, Indifferenz, Freude, Stolz, Sehnsucht oder ist ihm kalt?
Ich will es wissen, aber ich werde es nie erfahren und deshalb dichte ich ihm eintausend winzige Geschichten an, die ich vielleicht selbst gerne durchleben würde. Geschichten, die so schnell wieder verschwunden sind, wie dieses einzigartige, kurzlebige Gefühl der Verbundenheit mit diesem gesichtslosen Rücken. Der Hubschrauber dreht ab, das Boot verschwindet mit dem Mann hinter Bäumen, das Geräusch des stotternden Motors erstirbt.
Posted by Jean Forte | Under Intergalactic-Planetary-Another Dimension
Samstag Jun 4, 2011
This is gonna be a tricky one as I don’t know where to start.
It might begin with a message I received for my youtube video in which I was eating several foods to show how huge the amount of fucks is I am giving for all that EHEC crap going on right now. The message read “first ten seconds of your vid function as amateur porn” so said person didn’t miss the opportunity to jerk off to it. Twice. Well, thanks for that. Really. I feel immensely honored. How heart-warming! Especially since I didn’t even know I was uploading porn to youtube but thanks for the notice, bro.
And then I wondered really hard… like WHAT THE FUCK??? I was just eating stuff to convey a semi-political/semi-social statement and I didn’t even overact the way I usually would, so how could anybody get the idea this was sexually attractive? I was also scared shitless at the thought of all those men fapping to my lovely face (lol) munching cucumbers and tomatoes. (I see what you did there.) I’m imagining some random dude getting a weird boner whenever I go to do the shopping, pulling my granny trolley behind me, not being combed or washed and looking (and smelling) like a heap of shit. Or drooling over the way I was cleaning my windows today, groaning and moaning while trying to get to those spots out of my reach with my dirty floor cloth… Whoa, how extraordinarily awesomly erotic!!! Are you out there watching me through your binoculars???
When that same person complained why I hadn’t answered him yet it was creeping me the fuck out! What the fuck is wrong with you people???
I mean… really? You expect me to happily chat with you when actually I must assume someone crapped into your brains because you’re getting it off watching someone eating vegetables? Are you shitting me?
But then it hit me – I’M ON THE FUCKING INTERNET! LULZ!!! Why, of course people are batshit crazy and everyone’s acting like man-sized cocks with ant-sized brains, especially if there is a girl or woman that just doesn’t give a damn. (Or seemingly so.) And I am as happy as a clown being the foul-mouthed broad I naturally am, so of course I would have to deal with this kinda kinky shit. It’s the same concept why others might get attracted to little children, women in high heels, redheads, potatoes, golden showers, muddy tractors, or needles in their urethrae: If it exists, there is or will be porn of it. Reminds me of this old classmate of mine who wasn’t a photoshop pro in the olden days (dunno if he still isn’t) and expertly shopped my face into a porn pic – I couldn’t even tell if this was fo’ real though having seen quite a few shops in my time. Needless to say I was enthralled and ecstatic to see my cutesy little face on a body with pendulous tits riding a huge master cock when I was a 15 year-old so I made this classmate my most favourite BFF… NOT!
However, it does prove one thing: If I exist, there will be porn of me and there is nothing I could do to stop it whatsoever. Especially not since I’m practically living in the web. I’m the web dweller…
So, bring it punks and come at me, bros!
(Actually I’m quite nice and prim, so please be gentle! ^^ KTHXBAI!)
(Oh, and of course the same rule applies to all of you, too. So beware!) ;)
Posted by Jean Forte | Under Intergalactic-Planetary-Another Dimension
Dienstag Okt 26, 2010
Heute morgen habe ich noch in aller Windeseile den neuen Blogeintrag von Asti gelesen – hatte aber keine Zeit mehr zu kommentieren. Man kann es gar nicht wirklich grob zusammenfassen und pauschalisieren, weil so viele Facetten angeschnitten werden, aber ich versuche es trotzdem mal und hoffe, dass ich nicht allzu sehr danebenliege: Im Grunde geht es um “Beziehungen”, die im Netz beginnen, nur dort stattfinden oder sich durch die Kommunikation im Netz negativ verändern. Es geht weiterhin um die Kommunikationslücken, die so entstehen und die man versucht durch eigenes Gedankengut zu schließen, oftmals mündend in Missinterpretationen, basierend häufig auf dem eigenen Unvermögen tatsächliche soziale Interaktion noch im ursprünglichen Sinne zu leben. Und es geht darum, wie man die Personen, die einen am ähnlichsten sind, häufig am meisten hasst und um das Paradoxon, wie das Gegenüber im gleichen Maße Interesse an dir gewinnt, wie du es verlierst und umgekehrt und dass man auf diese Weise nur unter harten Anstrengungen wirklich glücklich zusammenfinden kann. On a side note geht es wohl auch noch darum, dass man als Frau manchmal einfach nicht rafft, was im Kopf eines Mannes eigentlich vor sich geht – und ich gehe stark davon aus, dass auch dies ebenso umgekehrt der Fall ist. Im Laufe des Tages habe ich mir vorgenommen, mir zu diesen Themen auch mal so meine Gedanken zu machen.
Und jetzt sitze ich hier in meinem Bett unter meiner Decke und schaue in meinem Riesenfernseher “Bauer sucht Frau” – passend zur Thematik. Dabei frage ich mich gerade, warum es keine Sendung gibt, die da titelt “Buchhalterin sucht Mann”. BSF ist ein sympathisches Format – natürlich auch hier alles gescriptet und (un-)vorteilhaft zusammengeschnitten, aber irgendwie, sehe ich darüber hinweg, weil ich trotz allem das Gefühl habe, dass es sich hier um echte Menschen, mit ihren echten Fehlern und Liebenswürdigkeiten und um echte Kommunikation handelt. Mit meiner exhibitionistischen Ader würde es mir schon sehr gefallen, mal bei so einem Format mitzumachen – um allen zu zeigen, wie toll ich tatsächlich bin. Was aber bewegt so viele Menschen – wie mich – dazu, einerseits im Umgang mit realen Menschen scheu, spröde und verschlossen zu sein, in einem unpersönlichen Format hingegen, wie einem Blog, einem “Reality-Format”, einer Casting-Show oder ganz einfach nur in einem “sozialen Netzwerk” des Internets völlig aufzugehen?
Ein großes Problem, das mir an unserer Gesellschaft aufgefallen ist, weil es mich selbst betrifft, ist die fortschreitende Vereinsamung. Nicht nur älterer Menschen. Diese Linie zieht sich durch alle Altersschichten und ich habe das Gefühl, dass es langsam nicht mehr nur ein einzelner Faden ist, sondern sich eine dünne Decke über uns alle breitet. Eine Schneedecke, kein warmes Baumwollplaid. Es wird einem aber auch so unglaublich einfach gemacht, in dieser Zeit alleine zu leben, sich abzukapseln. Vor allem mit Hilfe des Internets. Als ich gerade dort suchte, ob es nicht bereits einen Fachausdruck für die fortschreitende Vereinsamung auch junger Menschen gibt, fand ich einen Link, der von sogenannten Kuschelparties berichtet. Meiner Meinung nach kein Phänomen, sondern eine Traurigkeit sondergleichen und gleichzeitig verzweifelter Ausdruck dessen, wohin wir Menschen in dieser Welt unaufhörlich strömen und wogegen unsere Seele verzweifelt versucht anzukämpfen. “Kuscheltrainer” – WTF? Haben wir nicht schon im SoWi-Unterricht gelernt, dass Kleinkinder nicht nur “Wartung” brauchen, wie unsere Lehrerin es damals so charmant formuliert hatte, sondern auch Zuneigung? Nun, dies gilt nicht nur für unsere kleinen und liebenswerten Menschenlarven, sondern auch über die Verpuppung hinaus, bis unsere Schmetterlingsflügel im hohen Alter zu Staub zerfallen. Viele von uns sind aber sozial mittlerweile so unausgebildet und minderbemittelt, dass es uns nicht mehr gelingt, dieses simple, doch lebensnotwendige Bedürfnis zu befriedigen und diese körperliche Vertrautheit zu vermitteln oder auch zu empfangen. Und nicht nur das – scheinbar ist es vielen von uns auch nicht mehr möglich, Gefühle richtig oder überhaupt begreiflich zu machen – weder durch Sprache noch sonst wie. Schon gar nicht im Internet. Wie sollte das auch funktionieren, wenn die wichtigsten Emotionsübermittler wie Mimik, Gestik, Tonlage und andere Sinneseindrücke wie ein simpler Geruch einfach fehlen? Aber das ist ja auch nichts Neues. Ich merke schon, dass ich das Thema zu weit fasse für einen einzigen Blogeintrag – im Prinzip ist es aber auch nicht wirklich möglich, gerade diesen Bulk an Miserabilität unserer Gesellschaft nur anhand einiger weniger Facetten zu beleuchten. Es ist einfach zu viel und alles befindet sich in einer Abhängigkeit zueinander. (Auch wenn es Menschen gibt, die dies tatsächlich anders sehen.)
Kommen wir (erneut) zu meiner “Internetgeschichte” – die nur ganz kurz ist. Ich habe einen Menschen, einen Mann “kennengelernt”, den ich im realen Leben nie getroffen habe. Allein aufgrund der Schriftgespräche, des Austauschens von Buchstaben und Zeichen, habe ich mich verliebt und war sehnsüchtig nach mehr. Ganz keck behaupte ich, dass das am Anfang durchaus auf Gegenseitigkeit beruhte – wer die Logs läse, der würde mir zustimmen. So sehr ich einem wahrhaftigen Treffen entgegenfieberte – es wurde nichts daraus. Und schleichend plötzlich – mit einigen Nachwehen – veränderte sich auch die Qualität der Gespräche. Die Zeit der Kosenamen war vorbei, die Herzsmileys erkalteten und man tastete sich nicht weiter vorsichtig an die Vorlieben des Gegenübers heran. Dass ich absolut verwirrt und eingeschüchtert und verhalten war, hatte ich bereits erwähnt. Den ganzen Tag über dieses dumpfe Gefühl im Brustbereich, irgendwas absolut derbe versaut zu haben – Angst, die noch vom letzten Versagen zurückgeblieben war, paarte sich mit frischer Enttäuschung und der immer wiederkehrenden Frage, ob ich als Mensch tatsächlich nicht begehrenswert sei. Bla, bla, das Übliche. Zwei Dinge habe ich aber (hoffentlich!) aus dieser Begebenheit gelernt:
- Subtil ist wunderschön, weil spannend. Wenn der Gesprächspartner mitspielt. Wenn es anfängt unangenehm zu werden, weil die verschüttete Milch aus dem Krug in so viele Richtungen subtil sein kann, dass man anfängt zu weinen, dann sollte man in der Tat wahrlich und wahrhaftig ganz genau aussprechen, was man denkt, fühlt und will. So etwas wie: “Ich möchte dich jetzt wirklich gerne treffen. Wenn du das nicht möchtest, sag es mir jetzt, denn dann habe ich keine Lust, weiter meine Zeit zu verschwenden oder mein Herz in Aufruhr zu versetzen.” Damals hätte ich etwas Ähnliches, mit weitaus mehr Nachdruck sagen sollen. Mehr als zwei Jahre hat es gedauert, das zu verdauen. Diesmal geht es schneller. Beim nächsten Mal will ich versuchen, das Gelernte anzuwenden.
- Wir sind nicht Sailor Moon. Oder Mary Jane. Wenn ein Typ auf einmal das Interesse verliert, komisch oder abweisend wird, dann liegt das nicht daran, dass Queen Beryll einen bösen Bann auf deinen Liebsten gelegt hat, oder dass dein Schwarm sich nur aus den heroischsten Absichten von dir abwendet, weil nämlich dein Leben auf dem Spiel steht. Nein – und das behaupte ich jetzt einfach ohne den geringsten Beweis dafür zu haben – wenn ein Kerl sich nicht für dich interessiert, nicht alle Hebel in Bewegung setzt, um dich zu treffen, sondern stattdessen lieber arbeiten geht oder sich sonstwie rausredet, dann will er dich auch nicht. Und dann ist es auch ganz egal, aus welchen Gründen dies geschehen könnte. Man braucht sich dann nämlich nicht bequemerweise einreden, dass es einen Grund haben muss, wie: “Er ist sicher gerade unpässlich und versucht für dich wieder gesund zu werden oder in Form zu kommen oder er ist schüchtern oder er hat selbst Angst und eine herbe Enttäuschung hinter sich oder er muss wirklich so viel arbeiten oder er will es spannend halten oder…” BULLSHIT!!! Und hier kommen wir wieder zurück zur Subtilität: Wenn ein Mann dich will, ist er nicht subtil. Er mag es vielleicht blumiger umschreiben, als “Ficken?”, aber er lässt dich nicht im Ungewissen oder in dem Gefühl ein Sudoku in Braille lösen zu müssen.
Folglich also zwei ganz einfache Merksätze, und wenn ich sie nur für mich selbst niederschreibe:
- Ehrlich sein und offen aussprechen, was man will, auch wenn man Angst vor Zurückweisung, Enttäuschung oder peinlichen Momenten hat – damit kann man sich unter Umständen eine Menge Leid ersparen.
- Der Mann muss dir zeigen, dass er dich will, sonst ist er es nicht wert. Ich habe einmal um einen Mann gekämpft und bin so vernichtend geschlagen worden und ich werde das nie wieder tun.
Und wenn du ehrlich bist, dann ist der Mann auch ehrlich.
LOLOLOLOLOLOL
Um aber wieder auf den Ausgangspunkt zurückzukommen – die wichtigste Lektion: Man kann einen Menschen, einen potentiellen Partner nur sehr schlecht über die virtuelle Irrealität eines Internet kennenlernen. Da steckt das Wort “irre” doch schon drin. Ich habe das selbst gemerkt, wie es das Bild von mir selbst verzerrt, obwohl ich all diese Worte ja selbst getippt habe. Sie zeigen nur einen groben Schattenumriss dessen, was ich bin, denke und fühle. Für den Fremden ist dies aber alles, was er hat und worauf er sein Urteil stützen kann. Und dennoch blogge ich hier fröhlich vor mich hin – ein Widerspruch in sich. Momentan bleibt mir aber nichts anderes übrig und das Thema ist auch noch lange nicht durch.
Von daher – bleibt einfach dran, wenn ihr sehen wollt, wie ich die Welt verändere und am besten helft ihr alle einfach fleißig mit.
Für’s Korrekturlesen hab ich jetzt keine Zeit mehr – ab ins Bett, ihr Mäuse! :)
Posted by Jean Forte | Under Intergalactic-Planetary-Another Dimension
Freitag Okt 15, 2010
Etwas zynisch habe ich gestern in meinem Video angemerkt, dass ich Fleisch gegessen habe, quasi um mich aus meiner selbstauferlegten Unterwürfigkeit zu befreien. Heute möchte ich noch mal anmerken, dass das gar nicht so hart gemeint war, wie es definitiv aussah und sich anhörte. Heute reiße ich die Themen Wille, Selbstbestimmtheit/Fremdbestimmtheit, Neigung zu Illusionen und Verranntheiten, Dominanz und Nahrungskette an.
Zu allererst: Ich bewundere Vegetarier, egal ob sie es aus purer Willenskraft oder aus tatsächlicher Überzeugung sind. Und ich persönlich lehne es ab, wenn Menschen sich ausschließlich aus Fleisch ernähren oder Fleisch nur aus dem Grund essen, weil sie sich daran erfreuen, dass “dummes Viehzeuch” dafür sterben musste; quasi um die eigene Dominanz zu demonstrieren und zu markieren. Aber es gibt auch Menschen aus letzterer Gruppierung, die ich durchaus in mein Herz geschlossen habe. Weil man eben auch das Gesamtbild betrachten muss – eine Lektion, die ich in vielen Fällen immer wieder neu lernen muss. Besonders, was Menschen angeht.
Ich selbst wandle, was die Nahrungsthematik angeht, relativ sicher in der Mitte – erstaunlich, wo ich doch sonst so zwischen den Extremen schwanke. Meiner Meinung nach sollte es gesunde und natürliche Grenzen geben. Ich esse gerne Fleisch, Fisch und tierische Produkte wie Milch, Milchprodukte und Eier, weil mir das schmeckt und fände es unnatürlich – als menschlicher Allesfresser – diese Nahrungskategorien auszuschließen. Zudem würde ich mich in dieser Hinsicht einfach nicht beschränken und unter Druck setzen wollen – es gibt bereits zu viele Entbehrungen in meinem Leben – die ein oder andere Gewohnheit möchte ich nicht missen. Ich wuchs mit einer ganz tollen Küche auf.
Und trotzdem, auch wenn ich mich selbst als Fan von Mettwürsten und besonders von Sushi bezeichne, würde es mir nicht im Traum einfallen, täglich tote Tiere zu mir zu nehmen. Meiner Meinung nach sollte der Tod des Tieres schon in der Art und Weise gewürdigt werden, dass ich den “Genuss des Todes” – denn nichts anderes ist es – immerhin als rar und eher seltener als öfter “zelebriere”. In Zeiten, in denen Gammelfleisch in der Fleischtheke rot angestrahlt wird und Menschen ihre Chicken Mc Nuggets im Mülleimer entsorgen, weil der 20-er-Pack leider doch zu groß war, sind solche Worte der blanke Hohn und ehrlicherweise fällt es auch mir selbst nicht auf, was ich eigentlich genau jeden Tag zu mir nehme. Jeder Bereich des Lebens ist heutzutage eine Wissenschaft für sich selbst und die Kopfkapazitäten sind begrenzt. Daher ist es schwer, bei diesem Thema – sowie auch allen anderen – überhaupt einen aufrichtigen und vor allem “einheitlichen Mittelweg” zu finden. Aber ich gebe mir ehrlich Mühe.
Meine Anmerkung in dem Video war also nicht als “anti-vegetarisch” zu verstehen. Auch nicht als gehate dem Mann gegenüber. Erstaunlicherweise – auch wenn ich den Wechsel der sich von den ersten bis zu den letzten Konversationen vollzogen hat immer noch nicht verstehe, was mich wirklich tieftraurig macht – bin ich dem Menschen dahinter nicht böse und mag ihn nach wie vor. Oder das, was ich von ihm kennenlernen durfte. Es ist meine eigene Schuld, dass ich mehr in etwas hineininterpretiert habe, das scheinbar nicht da war. Zumindest zuletzt nicht mehr. Meine Wünsche, meine Sehnsucht übernehmen das Kommando und vereinnahmen mein Herz und meinen Verstand (was nicht viel ist) komplett. In Gedanken spiele ich schon Alltagsszenen einer Beziehung durch und trage die ersten Konflikte aus. Dass ich das Gefühl habe, man nähme mir etwas weg, wenn sich etwas in der Realität nicht entwickelt, das in meinem Kopf schon konkreteste Formen angenommen hatte, wird dann in einer erschreckenden Art und Weise nachvollziehbar. Es wird dadurch aber nicht weniger grotesk. Aus Angst, etwas zu verlieren, das mir nicht einmal gehört und dessen ich nicht annähernd Teil bin, werde ich hyperdevot und unterwürfig – wie ein geprügelter Hund, wie ein kleiner Tanzbär. Um mein Gegenüber zu beeindrucken und von mir zu überzeugen verbiege ich mich dann schon mal bis zum Zerreißen – um noch zu der Enttäuschung am Ende hinzuzufügen und sie quasi in ungeahnte Dimensionen zu potenzieren. Selbst gemachte Enttäuschung, wohlgemerkt! Wer wäre nicht auf das Bitterste enttäuscht, pflanzte er teure Samen in den Boden, überdüngte aus falsch gepoltem Verantwortungsbewusstsein oder übertriebener Gluckenhaftigkeit, nur um am Ende festzustellen, dass die komplette Saat noch im Boden verschimmelte?
Falsch eingestellte Wahrnehmung. Ein großes und ernsthaftes Problem und leider nicht nur meins. Weil die Menschen weiter auseinander rücken und Kommunikation trotz der immer vielfältiger werdenden Möglichkeiten immer nur schwieriger wird. Ich habe das Fleisch nicht aus Rache gegessen. Mir war nur aufgefallen, dass ich schon lange keines mehr gegessen hatte und dass es mir fehlte und ich wunderte mich, warum dem so ist. Daher fiel mir auf, dass ich schon wieder in dieses devote Verhalten gerutscht war, das niemandem gut tut – weder mir noch demjenigen, dem ich mich zu Füßen werfe. Und am meisten habe ich mich daher über mich selber geärgert. Die Worte bleiben wahr: Verbiegt euch für niemanden, weil es am Ende nicht das Geringste bringt! Nicht, weil dein Gegenüber dich enttäuscht, weil er nicht so handelt, wie du es für angemessen hältst. Nein, weil du dich selbst enttäuschst, nachdem du deine Wünsche und Träume auf ein selbstständig handelndes, fühlendes und denkendes Wesen projiziert hast und erschrickst, wenn die Marionette gar keine ist.
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