A Pleasant Lie, That 2.0 |

Reverse The Waterfall

Pfote 0 – Out Sourcing

Dienstag Nov 2, 2010

Was tut man, wenn die Stimmen im Kopf überhand nehmen? Man lagert aus. In meinem Kopf hausen sogar mehr als nur simple Stimmen – es leben dort ganze Körper, eigenständige Charaktere, die mir mit ihrem Geschwätz sämtliche Lebenskraft rauben. Eine aggressive Kackbratze, die sich ständig angegriffen fühlt, ein verängstigtes kleines Mädchen, das nie wirklich Kind sein durfte, ein indifferenter ungewaschener Leib, eine nervige Pedantin, eine vorurteilsbehaftete Hypokritin, eine durchgedrehte Aufmerksamkeitsdefizitlerin, eine weise alte Frau, eine junge kraftvolle Frau, die sich an kleinen Dingen freut und sich nach Glück und Geborgenheit sehnt, eine naive Gerechtigkeitsfanatikerin, eine antipode Querdenkerin und jemand, der eigentlich ganz froh über eine gelungene Mischung mit sehr viel weniger Depressionen und viel mehr Offenheit wäre. Dieser hoffnungsvolle Charakter ist vermutlich nur die Membran, die diesen ganzen Scheiß zusammenhält. Hope dies last.

Ich bin ein einsamer Mensch und ein Soziallegastheniker und ich weiß nicht, wie ich gut mit anderen Menschen auskommen oder gar zusammenleben kann. Das Dilemma der Stachelschweine. Dabei würde ich mir nichts mehr wünschen, als Teil einer funktionierenden kleinen Gemeinschaft zu sein – und wenn es nur die kleinste anzunehmende Gemeinschaft wäre – die Partnerschaft mit einem Mann. In welch weiter Ferne die Erfüllung dieses kleinen Wunsches liegt – ich weiß es nicht. Ich weiß nur, wie lange ich schon alleine bin, und  zeitweilig überrollt die Sehnsucht mich, wie ein Tsunami. Der Wunsch, jemanden an meiner Seite zu haben, der mir Kraft gibt, dem ich Kraft geben kann, etwas das die leeren, schwarzen Stellen in meiner Seele auffüllt – manchmal ist er so übergroß, dass es mich fast zerreißt. Aber ich muss weiter stark sein, für mich selbst, für mich allein.

Meine Idee ist nun – um auf das Auslagern zurückzukommen – mir einen imaginären Freund zu kreieren, mit dem ich meine Zwiegespräche halten kann. Jemanden von „außerhalb“, der den Stimmen in meinem Kopf Paroli bieten kann. Jemand, der mit mir gemeinsam an mir arbeitet.

Und ich habe beschlossen, dass dies ein echter und wahr- und wehrhafter Löwe sein wird.

Willkommen und viel Spaß beim <strike>NaNoWriMo-</strike>Projekt “Girl2Lion”!

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