Doubling the Cube – Throwing Apples and Shoes!
Y'all Tabloid Junkies. Period.
Posted by Jean Forte | Under We killed Michael Jackson Mittwoch Jan 4, 2012Die Verdoppelung des Kubus
Wenn ich aufwache, ist das Erste, was ich tue, meinen Facebook-Account zu checken. Ein Tag könnte bedeutungs- oder sinnvoller beginnen – das ist mir bewusst – aber es ist, wie es ist.
Nicht nur springt mir die gefühlt fünftausenddreihundertsiebenundachtzigste ‘Geburtstags-Hitparaden-Meldung’ wie ein ekelhaft krätziger Köter mit einem verrottenden Rattenleichnam zwischen seinen Zähnen ins Gesicht – für mich unverständlich populär, trotz seines im Minusbereich angesiedelten Unterhaltungs- und Informationswertes.
Nein, es wird auch dazu aufgefordert Wulff den ‘Schuh zu zeigen’. Was auch immer das genau bedeuten soll – im Informationstext des Facebook-Events, wird es jedenfalls nicht näher erläutert. Meine erste Assoziation ist der Typ, der George W. Bush mal mit seinen Schuhen beworfen hat:
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‘Bush should be a dodge ball player thumbs up if u agree lol’
Definition?
Aber was genau soll es bedeuten? Soll Wulff seine ‘Beine in die Hand nehmen’? ‘Sich vom Acker machen’? ‘Seinen Hut nehmen’? ‘Wer ohne Sünde sei, der werfe den ersten Schuh’? Und sind die Event-Ersteller einfach zu doof für das richtige Sprichwort? Wenn ich ‘den Schuh zeigen’ google, erschließt sich mir einerseits, dass diese Geste wohl durchaus eine plausible Beleidigung in einigen Kulturräumen darstellen kann. Allerdings ist der Rest der SERP eine Ansammlung von Guttenberg-Artikeln, die diesen – wie jetzt Wulff – zum Rücktritt veranlassen sollten.
Die Art und Weise?
Und genau das ist es auch, woran es mich erinnert: Das schwatzhafte Flügelschlagen fast einer ganzen Nation, die sonst größtenteils von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, aber gerne auf den Bandwagon aufspringt, wenn es gilt, sich künstlich zu echauffieren und zu entrüsten, mit dem Finger auf andere zu zeigen, so lange man sich nicht selbst mit seinen Unzulänglichkeiten befassen muss.
Ich möchte das nicht falsch verstanden wissen – ich heiße sicher nicht zu hundert Prozent gut, wie sich Wulff oder von und zu Guttenberg oder Sauerland verhalten – teilweise heiße ich es überhaupt nicht gut und der Wunsch, nach Rücktritt des ein oder anderen Volksvertreters, ist durchaus nachvollziehbar und/oder gerechtfertigt. Und satirische Witze über hinterlassene Nachrichten auf Anrufbeantwortern von ‘Normalbürgern’ finde ich genauso erheiternd, wie alles andere. Das ist Satire – das ist gedurft.
Das heißt aber nicht, dass ich die sonstigen Methoden der ‘Gegenseite’ – ein Volk, das sich dazu ernennt – um einen Rücktritt zu erwirken oder eher zu erzwingen, in seiner mobhaftigen, fackel- und mistgabelschwingenden, hetzerischen Stammtischnerei unterstütze oder ein solches Verhalten in irgendeiner Art und Weise als kultivierter, aufgeklärter oder angemessener ansehen könnte, als die Verhaltensweise, die es versucht zu verurteilen!
Wo immer es darauf hinausläuft, dass ein Mob aus Millionen sich zum erklärten Feind eines Einzelnen oder einer kleinen Gruppe entwickelt und Mottos und Parolen gefährlich nahe an Selbst- und Lynchjustiz heran geraten, schrillen bei mir alle Alarmglocken! So nicht, Leute!
Die Relation?
Ich mag auch eigentlich keine Totschlag-Argumente, à la ‘anderswo verhungern Kinder’ – aber in diesem Fall, mal wieder – zumindest zu einem gewissen Prozentsatz – berechtigt: Habt ihr nichts Wichtigeres zu tun, Leute? Vor allem euch mal an eure eigene Nase zu packen? Kehrte jeder vor seiner eigenen Tür, würde jede Stadt, jedes Jahr den Preis der ‘Saubersten Stadt’ einheimsen. Auch ein Wulff muss selbst auf den Trichter kommen, dass er zurücktreten kann oder vielleicht sollte. Aber es ist nicht an uns – zumindest nicht auf direktem und schon gar nicht auf so einem unzivilisierten Wege – darüber zu entscheiden. Er wird seine Gründe haben, warum er sich auf eine bestimmte Art und Weise verhält oder nicht verhält. Das ist kein Grund für uns, uns ebenso unangemessen zu verhalten und Gleiches mit Gleichem zu vergelten.
Eine Lösung?
According to Plutarch it was the citizens of Delos who consulted the oracle at Delphi, seeking a solution for their internal political problems at the time, which had intensified relationships among the citizens. The oracle responded that they must double the size of the altar to Apollo, which was a regular cube. The answer seemed strange to the Delians and they consulted Plato, who was able to interpret the oracle as the mathematical problem of doubling the volume of a given cube, thus explaining the oracle as the advice of Apollo for the citizens of Delos to occupy themselves with the study of geometry and mathematics in order to calm down their passions.
Vielleicht sollte sich der ein oder andere mal (vielleicht auch meditativ; ist wie Puzzlen!) mit ein wenig Weiterbildung befassen, statt wie ein blinder, halb-gegarter Hahn jedem Unkenruf hinterher zu krähen?
Facebook-Gruppen und -Events, wie diese sind vor allem eines: Lächerlich! Wenn ihr wirklich wollt, dass sich etwas ändert, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Wählt beim nächsten Mal gescheiter, damit unsere ‘repräsentative’ Demokratie folglich einen gescheiteren Bundespräsidenten wählen kann.
- Wendet euch direkt und persönlich an die Mitglieder des Bundestages, damit diese entweder einen Organstreit oder eine Präsidentenanklage (gegebenenfalls wegen GG Art. 5) bemühen können.
- Schreibt dem Wulff einen persönlichen Brief oder sprecht ihm auf den Anrufbeantworter.
- Hört auf, lebende, fühlende Menschen wie Schweine durch’s Dorf zu treiben, nur weil ihr es könnt! Packt mal ein bisschen mehr Empathie und Humanität in die Waagschale, damit eure evolutionstechnischen Neanderthaler-Keulen nicht zu tief durchhängen. Was seid ihr? Eine Rotte halb verhungerter, intellektuell ausgemergelter Dorfhunde?
Tabloid Junkie – ‘You’re so damn disrespectable’
Nicht zu vernachlässigen ist in dieser Situation die Macht der Medien und die Kraft der Manipulation.
Eines meiner Lieblingslieder von Michael Jackson, welches mir zu dem Thema einfällt, handelt von den Problemen mit Medien und Nachrichten, mit denen wir uns täglich konfrontiert sehen – oder eben nicht konfrontiert sehen, weil sehr viele Menschen konsumieren, ohne zu hinterfragen, ohne zu reflektieren und mit ihrem Konsum ein Blatt wie die ‘BILD’ am Leben halten:
[...] And you don’t have to read it (read it)
And you don’t have to eat it (eat it)
To buy it is to feed it (feed it)
Then why do we keep foolin’ ourselvesJust because you read it in a magazine
Or see it on the TV screen
Don’t make it factual
Though everybody wants to read all about it [...]
Weiterhin beschreibt es die Problematik, wie Medien und Nachrichten – Informationen im Allgemeinen – viel zu manipulierbar sind und oftmals dazu genutzt werden (können), eine bestimmte Stimmung zu erzeugen, teilweise sogar (bewusst oder gewollt) Fehlinformationen zu verbreiten oder schlichtweg Spekulationen zur unumstößlichen Wahrheit zu erheben. Michael Jackson vermischt dabei seine eigenen Erfahrungswerte mit Medien (von denen er ja genügend ansammeln konnte) mit den Fallbeispielen von John F. Kennedy und Marilyn Monroe:
[...] JFK exposed the CIA
Truth be told the grassy knoll
As the blackmail story in all your glory [...]
[...] Just because you read it in a magazine
Or see it on the TV screen
Don’t make it factual, actual
They say he’s homosexual [...][...] Heroine and Marilyn
As the headline stories of
All your glory [...]
[...] Just because you read it in a magazine
Or see it on the TV screen
Don’t make it factual, actual
She’s blonde and she’s bisexual [...]
‘We killed Michael Jackson’ ist eine Kategorie in meinem Blog, die ich nicht ohne Grund gewählt habe – um immer wieder darauf hinzuweisen, wie Medien – und damit sind auch wir mit unseren Blogs und öffentlichen sozialen Profilen im Netz gemeint – dazu beitragen können, Menschen völlig zu zerstören und so weit in Ecken zu drängen, aus denen sie sich nicht mehr befreien können, bis sie schlussendlich – nicht freiwillig! – aus dem Leben scheiden. Besonders schön in den folgenden Zeilen festgehalten:
[...] It’s slander
You say it’s not a sword
But with your pen you torture men
You’d crucify the Lord [...]
Alles sollte in Maßen genossen werden. Selbst Wasser. Wer wüsste besser als ich, welches Unheil es anrichtet, wenn man sich zu sehr zu einer Seite hinlehnt und in Extreme verfällt? Die Wahrheit liegt immer irgendwo dazwischen. Ich will keine Zensur üben und auch keine ausgeübt wissen, aber ich will auch nicht unbesehen alles glauben, was man mir auftischt. Und vor allem will ich nicht makrophagisch anderer Leute Seele fressen. Nichts gegen die Schwarmintelligenz, aber so langsam sollten wir uns doch von dem barbarischen ‘survival of the fittest’-Gedanken lösen, sonst wird das niemals etwas, mit dem Weltfrieden.
Wer ohne Sünde sei, werfe den ersten Apfel und reiße damit die Traditionsmetzgerei des Unvertrauens ein!
Den Rest des Textes übernimmt mein evil-mad Part ‘Blossoms Mc Evilboobs’. Weil ich es, als ‘Missionierung durch manipulierte Information’, aktuell-passend finde:
Der derzeitige Vegetarier-/Veganer-Shitstorm gegen die ING-DiBa aufgrund dieses Werbespots
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‘Helga ist anscheinend auch groß und stark geworden.’
und der Kommentar einer Nutzerin auf der Facebook-Seite (Was ist ‘beklarieren’?) haben mich zu folgender – ausfallender – Bemerkung hingerissen:
Alter, die Alte hat sie nicht mehr alle auf dem Christbaum! Diese scheiß Propaganda von Leuten, die ihre zusammenmanipulierten Nachrichten und Informationen, ihre wirren Spekulationen und passend geklöppelten Gedankengebilde als unumstößliche Wahrheit unter Zuhilfenahme von Kreation subtiler Gewissensbisse und offener Erniedrigung anders denkender Menschen oktroyieren wollen!
Es ist kein Wunder, wenn man in dieser Welt einfach nur noch depressiv ist und sich am liebsten entleiben möchte, bei all diesem widerlichen Nazi-Fascho-Pack! (Da habt ihr euren Godwin – ging schneller als gedacht – you’re welcome!)
Ich habe absolut nichts gegen Vegetarier und bin zumeist eher beeindruckt und bewundere, dass es Menschen gibt, die so wider ihre Natur handeln können und so viel Willensstärke aufbringen – ich kann das nicht.* Aber militante Vegetarier, die versuchen zu missionieren und am liebsten jeden Metzger und Schlachter in ihrem eigenen Blut ersäufen würden, die halte ich – jeden einzelnen von ihnen – für einen kleinen Privat-Hitler!
* ich kann das nicht und WILL es auch nicht! Und ich esse jetzt gleich eine WURST! AUF DIRK NOWITZKI!
In diesem Sinne: Guten Appetit, egal ob ihr die neuesten Springer-Medien verschlingt, eine Wurst oder einen vom einem Baum freiwillig geschenkten Apfel!

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